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Scoring im Mobilien-Leasing - Quo vadis?
Scoring im Mobilien-Leasing - Quo vadis?
Scoring-Unterstützung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Leasing-Gesellschaften
Scoring-Ansätze jeglicher Gestaltung erfreuen sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit und sind ein Muss bei
der optimierten Gestaltung effizienter Prozesse – insbesondere bei der Bewältigung von Mengengeschäft. Doch wie
ist die Bedeutung von Scoring-Ansätzen im Mobilien-Leasing zu beurteilen? Sind die Anwendungen im Leasing-Prozess
beschränkt? Ist auch hier ein „Trend“ zum Einsatz von Scorekarten zu verzeichnen?
Die Praxis zeigt auch im Leasing, insbesondere im Mobilien-Leasing, erfolgreiche Beispiele für die Durchführung des
Scoring. Bei der gesamten Prozesskette von der Zielkunden-Identifikation bis zur Verwertung von Leasing-Gütern kommen
Scorekarten zum Einsatz.
Leasing-Gesellschaften überlassen die Identifikation ihrer Zielkunden und die Allokation nicht mehr alleine der
Erfahrung der Vertriebsmitarbeiter oder dem Know-how externer Dienstleister, sondern setzen gezielt Scorekarten zur
Abgrenzung ihrer Märkte und zur Definition ertragreicher Kundensegmente ein. Dabei steht nicht nur die objektive
Auswertung von Informationsquellen und Markttendenzen im Vordergrund, sondern auch der Wunsch nach einer individuellen
Ausrichtung an den Vertriebskapazitäten sowie den Markt- und Produktbesonderheiten. An diese Selektion schließt sich
die direkte Beurteilung der Geschäftsanbahnung an. So wird entweder im Vorfeld der Akquisition oder direkt am
Point-of-Sale in Minutenschnelle über die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Geschäftes entschieden.
Der Faktor Zeit – hier speziell die Möglichkeit einer schnelleren Antragsentscheidung – stellt den
entscheidenden Erfolgsfaktor gegenüber der zunehmenden Konkurrenz aus dem In- und Ausland dar. Treten Störungen in der
Vertragserfüllung ein, wird die besondere Stärke von Scoring-Ansätzen deutlich: Gut entwickelte und auf den Prozess des
Unternehmens abgestimmte Scorekarten liefern dem Leasing-Unternehmen sowohl die Erfolgswahrscheinlichkeiten der
einzelnen Schritte des Forderungs- und Inkasso-Managements als auch adäquate Handlungsempfehlungen für die jeweils
sinnvollen Mahnschritte. Wird beim Inkasso-Scoring die schnelle Beitreibung empfohlen, übersteigt der zu erwartende
hohe Beitreibungserfolg im gerichtlichen Verfahren die steigenden Kosten der jeweiligen Kundenbeziehung deutlich.
Wenn Leasing-Güter aus Leasing-Verträgen „frei“ werden, stellt sich regelmäßig die Frage nach der
Verwertungsmöglichkeit. Hier ist nicht nur die Frage nach der Verwertbarkeit des Gutes, sondern auch nach dem
erzielbaren Verwertungserlös zu stellen. Verwertungsplattformen stellen dabei lediglich den Verwertungsweg sicher. Sie
liefern allerdings keine Kalkulationsbasis für Vertragskonditionen, Risikoprämien oder die nach Basel II notwendigen
Parameterschätzungen (PD, LGD, EAD). Auch hier zeigt sich die Leistungsfähigkeit guter Scoring-Modelle. Ein vorab
bestimmter Verwertungserlös hat somit Einfluss auf die Vertragskonditionen und die Risikopolitik der
Leasing-Gesellschaft. Gleichzeitig lassen diese Daten auch valide Schätzungen für LGD und EAD zu, damit die
Risikovorsorge und Eigenkapitalunterlegung transparent und steuerbar wird.
Neben diesen prozessbegleitenden Beispielen gibt es eine Vielzahl weiterer nutzbringender Einsatzmöglichkeiten für
Scorekarten. So werden sie mehr und mehr für die Betrugsprävention im B2B- und B2C-Geschäft eingesetzt.
Leasing-Gesellschaften schützen sich dadurch beispielsweise vor Betrugsschäden bei hochpreisigen Leasing-Gütern und
Flottenleasing.
Die Methode des Scoring erfreut sich einer unverändert hohen Beliebtheit. Der ungebrochene Trend zu vielfältigen
Anwendungsmöglichkeiten im Leasing besteht zu Recht: Scoring-Ansätze begleiten nicht nur den gesamten Prozess der
Wertschöpfung eines Leasing-Unternehmens, bei richtiger Anwendung leisten sie darüber hinaus auch einen hohen Beitrag
zum Unternehmenserfolg.
Zum Autor
Dr. Dirk Thiel leitet den Bereich Creditreform Consulting Services und ist Mitglied der Geschäftsführung der Creditreform Rating AG.
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